Mit einer Zunahme internationaler Verflechtungen wie globalen digitalen Lieferketten, kritischen Rohstoffabhängigkeiten und wissenschaftlichen Kooperationen einerseits und geopolitischer Krisen, beispielsweise des Russland-Ukraine-Kriegs, der Systemrivalität mit China und der Spannungen im Nahen Osten andererseits, verschärft sich die hybride Bedrohung durch Spionage und Sabotage auf der ganzen Welt und auch in Deutschland deutlich. Dabei ist Spionage die verdeckte und mit nachrichtendienstlichen Mitteln und Methoden betriebene Beschaffung von Staatsgeheimnissen. Manchmal erfolgt diese Ausforschung durch andere Unternehmen – entweder im Auftrag fremder Regierungen oder zur Erreichung rein wirtschaftlicher Ziele. Doch auch sogenannte Wegwerfagenten werden zunehmend durch fremde Regierungen zu Spionagezwecken in deutsche Unternehmen eingeschleust.
In derartigen Fällen kommt ein bunter Strauß an verwirklichten Straftatbeständen in Betracht – von reinem Geschäftsgeheimnisverrat über Außenwirtschaftsstrafverfahren und Datenschutztatbestände hin zum klassischen Staatsschutzstrafrecht. Das Seminar nimmt verschiedene Verteidigungsansätze für diese Verfahren mit staatsschutzrechtlichem Bezug in den Blick und legt darüber hinaus aus Sicht der Unternehmensverteidigung die verschiedenen prozessualen Rollen und Handlungsoptionen des geschädigten Unternehmens dar.